Kumasi-Cape Town-Kakum Nationalpark-Kokrobite
Km.: plus 480 Kilometer
Es ist Sonntag als wir in Kumasi ankommen und das Christentum, es ist das erste christliche Land auf dieser Reise, macht sich deutlich bemerkbar.Alle Shops, Restaurants und Bars sind geschlossen, denn Sonntag ist Kirchgangtag, nur der sonntägliche Markt ist voller Leben und Geschrei.
Kumasi ist die Hauptstadt der Ashanti, hier lebt ihr König, der einen sehr grossen Einfluss geniesst und ohne dessen Zustimmung kaum etwas unter den Ashanti entschieden wird.Auch in der Regierung geniesst er relativ viel Einfluss und bestimmt so die Politik des Landes mit.
Kumasi ist so ganz anderst als die vorherigen westafrikanischen Städte, es ist um einiges lauter, in jedem Shop und in jeder Bar wird Musik in einer ohrenbetäubenden Lautstärke gespielt, die Menschen wirken viel rauher und häufig finden Unterhaltungen mit einem unglaublichen Geschrei statt, an vielen Ecken stehen Strassenprediger, die voller Enthusiasmus und Eifer die ganze Strasse bekehren wollen, das Christentum wird hier im alltäglichen Strassenbild sehr deutlich, jedes Taxi fährt mit Gottes Segen, es wird Werbung im Namen Jesus betrieben und die Ghanaer sind sehr prüde.Unerwartet für mich, nachdem in den islamischen Ländern die Religion nebenbei und unauffällig gelebt wurde, fühle ich mich hier ein bisschen überrollt.
Dafür ist das Nachtleben umso interressanter, jede zweite Strassenkneippe verwandelt sich bei Dunkelheit in eine bunt blinkende Diskothek in die sich auch unter der Woche die Menschen drängeln.
Kumasis Markt, der grösste in Ghana und einer der grössten in Westafrika, ist eine Attraktion für sich.
Er zieht sich über mehrere Strassenblöcke, alte Eisenbahngleise und grosse Gebäudekomplexe.Es ist unmöglich sich den ganzen Markt anzuschauen und so schlendern wir von einem Gässchen in das Nächste und lassen uns treiben.Es gibt viel mehr Gemüse und Obst als in den Sahelländern, ein riesiges europäiasches Angebot an Kleidern, Schuhen und Kosmetik, ein Strassenzug nur für Fetische, Affenköpfe, getrocknete Schlangen und Spinnen und Kräuter stapeln sich hier in einem bunten Wirrwarr, auf dem Fleischmarkt sehen wir Schweinehufe und getrocknete Ohren, hier eine Delikatesse, und riesige Schnecken die sich in ihrem faustgrossen Gehäuse verkrochen haben.
Kumsai ist allein wegen seines Marktes einen Besuch wert, da er überaus faszinierend und eindrucksvoll ist!!
Die Fahrt im trou trou in den Süden Ghanas, führt vorbei an wunderschönen Regenwäldern, in allen möglichen Grüntönen leuchtet der Wald und auch die Luftfeuchtigkeit verändert sich.Vorher staubig, heiss und trocken, ist es nun heiss und feucht.So feucht, dass man sich auch nach einer Dusche nicht frischer fühlt.
Cape Town ist eine kleine Stadt am Atlantik, das europäische Fort, zu Zeiten der Sklaverei erbaut, ist sehr beeindruckend und gehört zu den schönsten der unendlich vielen Forts in Ghana.
Auch Cape Town sprüht nur so vor Leben, Musik überall, kleine Strassenstände, wo man morgens inmitten des Verkehrs seinen Kaffee trinkt und das Leben beobachtet.
Von hier geht es in den Kakum Nationalpark, ein recht kleiner Park mit einem beeindruckenden Regenwald und einer wunderschönen Campside mitten im Wald, wo man unter einem Moskitonetz auf einer Holzplattform schläft und Nachts den Geräuschen des Urwaldes lauscht.
Kokrobite ist die letzte Station vor Accra.
Ein kleines Dorf direkt am Atlantik.Der Atlantik ist hier, wie überall an der Küste, nicht ungefährlich und die Wellen beeindruckend und unheimlich kräftig.
Kleine Kinder surfen hier mit einfachen Holzbretten auf den Wellen, die Fischer kämpfen mit der Brandung, und öfters hat man den Eindruck das die Boote von den Wellen demnächst umgeworfen werden, Mädchen und Frauen verkaufen Kokosmilch und Ananas am Strand und viele Rastas, aus ganz Westafrika, haben sich hier ein neues Leben aufgebaut.
Die Tage vergehen am Strand mit vielen neuen Bekanntschaften und Reisegeschichten.